Mittwoch, 31. Januar 2018

Kickstarter Update - Januar '18

#brettspiele #brettspiel # kickstarter #boardgames














Es ist vollbracht.

Nicht nur das Jahr 2017, sondern auch unsere Zeit im Land der Hessen ist seit Kurzem Geschichte. 2018 werden wir unser Glück im Ruhrgebiet (ver)suchen, und, lasst euch sagen, die Zeichen stehen angemessen gut, immerhin ist bei unserer Überfahrt kein einziges Brettspiele grausam und unverdient in seine Einzelteile zerlegt worden!

Aber, hey... wisst ihr, wer 2018 noch sein (Finanzierungs-)Glück sucht? – Diese fantastischen Kickstarter-Games!

Jep, ganz schwache Überleitung... (Aber für's Sportfernsehen würd's wohl reichen...)


UBOOT – The Board Game (PHALANX; Unterstützbar bis 15.02.)



Einstiegshürde: 65 £

Kurz und knapp:

Phalanx Games, die mit ihren vorherigen Titeln Hannibal & Hamilcar und Germania Magna zwar nicht viel bleibenden Eindruck auf den Spiel-Brettern, die die Welt bedeuten, hinterlassen konnten, deren Projekte bislang aber immer schnell Unterstützung finden konnten, bringen uns im Januar ein Spiel mit Klaustrophobie-Garantie: UBOOT – The Board Game. Während das Thema nach diesem sprechenden Titel also keine Geheimnisse mehr birgt, hier lieber einige relevante "hard facts": Bei UBOOT handelt es sich um ein App-gestütztes, kooperatives Echtzeitspiel mit 3D-U-Boot, das unter anderem einige Workerplacement/-movement Mechaniken nutzt, um die Intensität eines taktischen Seekampfes im zweiten Weltkrieg zu simulieren. Jeder, der bis zu vier Spieler übernimmt hierbei eine von vier spezialisierten Rollen, die wiederum mit einzigartigen Aufgaben während des Spiels betraut sind. So kümmert sich der "Captain" etwa um die Moral der Crew sowie die Verwaltung der Aktionspunkte, während der "Chief Engineer" unterdessen z.B. die Verantwortlichkeit für Maschinen, Reparaturen und die Funktionalität der Waffensysteme besitzt. Die zusätzliche Einbindung der Companion-App soll zudem garantieren, dass ihr bei eurer Planung stetig unter Druck (Druck! Got it?) steht bzw. das Gefühl eines nahen und viel zu frühen Todes durch Ertrinken ständig an eurer Seite ist. (Und das ist es doch, was ihr wollt! Am I right?)

Knapp und knapper:

B3! - U-Boot versenkt...


Gentes (TMG; Unterstützbar bis 17.02.)



Einstiegshürde: 45 US$

Kurz und knapp:

Gentes ist der neueste Spross in Tasty Minstrel Games inzwischen etablierter, Kickstarter-basierter "Deluxified"-Erfolgsserie. Und hier gibt es wohl keine Überraschungen, ein weiteres Mal werden viele kleine und große "Verbesserungen" geboten, die dem bereits im letzten Jahr gut angenommenen, aber inzwischen vergriffenen, Zivilisationsspiel für 2 – 4 Spieler nun zu wahrer Größe verhelfen sollen. Mit Metallmünzen, übergroßen Meeples und Holzmarken statt öder Pappe siedelte, baute und entwickelte es sich um 1000 v. Chr. im östlichen Mittelmeer sicherlich doppelt so gut! ("Wenn ich eines aus der Geschichte gelernt habe...!") Glanzpunkt von Gentes ist dabei der Aktionsmechanismus, der es euch erlaubt in einer Runde "zeitintensivere" Aktionen auszuführen, dafür aber auch einen Teil eurer Aktionspunkte der nächsten Runde im Voraus zu verbrauchen. Mit durchschnittlich 90 Minuten Spielzeit sicherlich kein kleiner Snack für zwischendurch, aber Rom ist ja auch nicht an einem Tag gebaut worden...

Knapp und knapper:

Civ, civ, hurra, die Antike ist da!


Rambo: The Board Game (Everything Epic; Unterstützbar bis 22.02.)



Einstiegshürde: 60 US$

Kurz und knapp:

Nach Terminator™: The Official Board Game nun also das zweite 80s-Movie Brettspiel, nach dem eigentlich keiner wirklich gefragt hat, das wir aber trotzdem bekommen! Im Gegensatz zu seinem Schwarzenegger-Konterpart von Space Goat Productions präsentiert sich Rambo: The Board Game von Everything Epic als astreines kooperatives, szenariobasiertes Taktikspiel für 1 – 4 Spieler, noch dazu nahezu ohne Würfeleinsatz. Wenn selbst die Aufbewahrungsboxen für die im Grundspiel enthaltenen "Operationen" als 20 Schuss – M16 Magazine gestaltet wurden, dann lässt sich ahnen, worauf man sich einstellen kann: knallharten Stealth- und Gun-Action in der das "Kampf-Momentum" eine wichtige Rolle spielt, die laut Designerversprechen jedoch vor allem mit hohem taktischen Anspruch punkten will. (Wenn dabei viel Zeug in die Luft fliegt, umso besser!) Exklusiv für Kickstarter-Backer gibt es für den geneigten Hardcore-Fan zudem – auf Rambo I und III basierende – zusätzliche Charakter- und Missionspakete. Was kann das Kriegerherz mehr begehren?

Knapp und knapper:

Eine Frage geht mir nicht aus dem Kopf: Wer darf John Rambo spielen und wer muss einen der irrelevanten Nebencharaktere übernehmen? (Das sog. Conan-Dilemma)


Tiny Epic Zombies (Gamelyn Games; Unterstützbar bis 09.02.)



Einstiegshürde: 20 US$

Kurz und knapp:

Nein, auch nach Tiny Epic Quest und Tiny Epic Defenders ist Gamelyn Games Zugpferd, die "Tiny Epic"-Reihe nicht einmal ansatzweise tot, viel mehr ist sie nun endlich auch "untot" und bringt mit Tiny Epic Zombies sogleich auch alles mit, was man von einer gestandenen Zombieapokalypse erwarten darf: Mysterious Outbreak? Check! Only a handful of survivors? Check! Zombies in a Mall? Check! ITEMeeples und Meeple-Fahrzeuge? Öhm, check! Mit 1 – 5 Spielern lässt sich die winzige Zombieparade dabei in 5 verschiedenen Spielmodi genießen, darunter kooperativ, kompetitiv oder als 1vs.Many-Variante. 9 verschiedene Szenarien sind schließlich das letzte, blutrote I-Tüpfelchen, auf diesem äußerst schmackhaft wirkenden Hirnsalat.

Knapp und knapper:

Meeple mit Kettensägen? Groovy!


Neanderthal & Greenland (Sierra Madre Games; Unterstützbar bis 09.02.)



Einstiegshürde: 29 US$ je Spiel; 49 US$ im Doppelpack

Kurz und knapp:

Wenn Sierra Madre Games eine neue Edition ihrer "historischen & wissenschaftlichen Simulationsspiele" von Phil Eklund auf den Kickstarter-Basar werfen, dann ist eines gewiss: Das Ding verkauft sich wie geschnitten Brot. Auch Neanderthal und Greenland bilden hierbei keine Ausnahme von der Regel, denn schon nach 27 Minuten war die Katze im Sack, der Sack verschnürt und die Schnur vergoldet. Statt der (wohl eher vorsichtig) angepeilten 10.000 Dollar steht das Spieledoppel über die menschliche Evolutionsgeschichte aktuell bei knapp 175.000 Dollar. Nicht schlecht für Spiele, die bei manchen die Erinnerung an "Würg! Schule!" aufkommen lassen dürften. Während 1 – 4 Spieler in Neanderthal einen Stamm der vor 30.000 – 40.000 lebenden Hominini übernehmen und versuchen die Entwicklung ihrer Spezies in die richtigen Bahnen zu lenken, handelt Greenland vom Aufeinandertreffen migrierender Völkergruppen in Grönland und der Besiedelung eben jenes Landes während des Mittelalters. Als Thema in seiner Spezifik sicherlich bislang, sagen wir mal, einzigartig!


Knapp und knapper:

Wenn das Wohnzimmer zur Anthropologie-und Geschichts-Stunde wird.


Noises At Night (B & B Games Studio; Unterstützbar bis 16.02.)



Einstiegshürde: 22 US$

Kurz und knapp:

Das neuste Werk des bislang vornehmlich für ihr familienfreundliches Zombiespiel The Refuge bekannten B & B Games Studio ist diesmal Noises at Night ein fünfzehnminütiges Deduktionsspiel für aufmerksame Detektive ab 6 Jahren. Nachdem zu Beginn jeder der 2 – 4 Spieler eine geheime Identität mit jeweils eigenem Ziel-Symbol zugeteilt bekommen hat, besteht der Hauptteil des Spiels darin, abwechselnd je zwei Hinweis-Karten, verdeckt oder offen, in den ausliegenden Räume zu platzieren. Stimmen die Symbole der Hinweiskarten mit meinem geheimen Ziel-Symbol überein, so erhalte ich am Ende des Spiels für jedes passende, offen liegende Symbol einen Punkt. Aber Vorsicht, denn die auf den Karten ausgewiesenen Symbole zählen auch für alle anderen Spieler, sollte ihr Zeichen aufgeführt sein. Zusätzliche Punkte kann sich verdienen, wer viele Karten im "eigenen Zimmer" sammelt oder gut aufpasst und aus den gelegten Karten die Identitäten der anderen Spieler erraten kann! Schnell gespielt und einfach erklärt könnte Noises at Night mit seinen bezaubernden Illustrationen ein kleiner Geheimtipp für Familien werden, selbst mit lax aufgepinseltem Thema.

Knapp und knapper:

Unter anderem auf Hinweis-Karten abgebildet: Eine offene Dose Sardinen, ein halb gegessener Kuchen und eine Voodo-Puppe. Hach, ganz wie Zuhause...!


Dead Men Tell No Tales: The Kraken (Minion Games; Unterstützbar bis16.02.)



Einstiegshürde: 45 US$ (Expansion); 79 US$ (Basegame u. Expansion)

Kurz und knapp:

In unserem Département "Titel mit Spoiler-Alarm" heute zu Gast: Die The Kraken-Expansion zu Minion Games 2014 erfolgreich finanzierten und 2015 erschienenen, kooperativen Piratenabenteuer Dead Men Tell No Tales. Wer sich an das Spiel nicht mehr erinnern oder noch nie davon gehört haben sollte: In DMTNT entert ihr und bis zu 4 weiterer Mitglieder eurer Crew ein Geister-/Skelettpiratenschiff, um ordentlich Zaster abzugreifen, bevor das Schiff vollständig in Flammen aufgegangen ist und ihr mit ihm zusammen dem Meeresboden "Grüß Gott!" sagen könnt. Unabhängig davon, dass eurem Unterfangen der Titel "Dümmste Idee aller Zeiten" verliehen werden sollte, erreicht ihr euer Ziel, indem ihr euch geschickt und mit vereinten Kräften durch das modulare Schiff plündert, Explosionen ausweicht und Skelettepiraten zerknüppelt. Und nun, ja, ganz richtig geraten, fügt die Erweiterung The Kraken dem Spiel eine weitere Gefahr und potentielle Niederlagenquelle hinzu: Einen Kraken. (No way!) Der versucht das Schiff – zusätzlich zu allem anderen Chaos und Radau – mit seinen kräftigen Tentakeln unter Wasser zu ziehen. Wie heißt das alte Hollywood-Sprichwort? Wenn's Feuer und Skelette nicht tun, dann holt euch 'nen Kraken ins Boot! (True Story!)

Knapp und knapper:

Dümmste. Idee. Aller. Zeiten!


The Art Of Tokaido (Funforge; Unterstützbar bis 12.02.)



Einstiegshürde: 35 €

Kurz und knapp:

Kein Spiel, dafür ein wunderbares Sammlerobjekt für alle Fans von Tokaido und Ausnahmekünstler Naïade ist die gebundene Ausgabe eines ehemaligen Backergoodies, genannt The Art of Tokaido. Wer das Spiel sein Eigen nennt, der weiß bereits um die Qualität der verträumt-zauberhaften Illustrationen mit ihren klaren Linien und orginellen, wie einzigartigen Charakteren. Für alle anderen ist das Buch natürlich ebenfalls einen Blick wert, denn letztlich ist es nie zu spät ein Fan von Naïade oder Tokaido zu werden! Wer etwas mehr Geld investiert und sich für die Prestige-Edition entscheidet, der erhält zusätzlich einen fantastischen Kunstdruck sowie einen weiteren spielbaren Charakter für Tokaido!

Knapp und knapper:

Spiel ist Kunst und Kunst ist Spiel.


HATE (CMON; Unterstützbar bis 08.02.)



Einstiegshürde: 120 US$

Kurz und knapp:

Hier ist es nun, die neuste und heiß erwartete, weil tausendfach geteaserte, Schöpfung aus dem Hause CMON. Wenn HATE, das auf der Graphic Novel "Chronicles of HATE" von CMON-Dauerverpflichtung Adrian Smith basiert, eines ist, dann ist es sicherlich außergewöhnlich. Nicht etwa deshalb, weil es, wie üblich, überragende Miniaturen und tolle Zeichnungen en masse beinhaltet. Oder weil es unter der Aufsicht von Mastermind Eric Lang entstanden ist. Auch nicht deshalb weil es vor Blut, Gedärmen und Verstümmelungen nur so triefen soll. Nein. HATE ist außergewöhnlich, weil es vollständig Kickstarter-exklusiv ist. (What the...?) Die Begründung des Publishers: Die Entscheidung entstand aufgrund des brutalen, nur für ein erwachsenes Publikum bestimmten Inhaltes. (Rückschluss: Anscheinend kann man ein solches nicht auf den üblichen Vertriebswegen, d.h. weder im stationären, noch im Onlinefachhandel finden?) Meiner Meinung nach setzt CMON damit ihren bereits vor einiger Zeit begonnen und nicht gerade kundenfreundlichen Weg fort, haufenweise Geld mit der Angst derjenigen Spieler scheffeln zu wollen, die befürchten den "nächsten großen Hit" zu verpassen. Damit hat das "CMON-System" zumindest eine Sache mit den modularen Landschaftsplatten von HATE gemein: Für mich sehen beide wie ein großer Haufen, ähem, Exkremente aus. (Sorry Leute, Matschbraun-beige ist keine attraktive Farbe...)

Knapp und knapper:

Buh, CMON, fettes, fettes buh!


Nemesis (Awaken Realms; Unterstützbar bis 07.02.)



Einstiegshürde: 70 £

Kurz und knapp:

Knapp am Highlight des Monats vorbeigeschrammt ist diesmal Nemesis von Awaken Realms, inzwischen bestens bekannt durch Lords of Hellas und dem This War of Mine-Brettspiel. Nemesis, ist ein semi-kooperativen Sci-Fi-Horror-Spiel für 1 – 5 Spieler und schon diese Worte sollte deutlich machen, warum das Projekt meine Aufmerksamkeit genießt. Die Story: Als eines von 5 typische Sci-Fi-Klischees erwacht ihr aufgrund eines Alarms aus eurer Kälteschlafkammer und, guess what, wie üblich ist nichts auch nur ansatzweise in Ordnung. Zerbrochene Kammern, Blut und Leichen lassen in euch den untrüglichen Verdacht aufkeimen, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Und ihr wahrscheinlich schon gar nicht alleine auf dem Schiff seid. Trotzdem solltet ihr euch wohl gleich daran machen, die abgeschalteten Maschinen zu reparieren. Bestenfalls bevor das Schiff zum Notfall-Hypersprung ansetzt und euch, außerhalb eurer Schutz bietenden Kältekammern, in rotes Mus verwandelt. Wie man selbst ohne ausgewiesenes Horror-Geek-Pass erkennen dürfte, ist die "Quelle der Inspiration" für Nemesis Ridley Scott's Alien-Universum, was sich besonders im Gegnerdesign widerspigelt, das weder besonders subtil, noch als "kleine" Homage verstanden werden kann und deutlich macht: Hier spielt ihr euren persönlichen Alien-Film! Und das heißt: Verlasst euch nicht auf euer Kampfgeschick, seid leise, wenn ihr das Schiff und seine Räume erkundet, arbeitet zusammen, auch wenn ihr eure eigenen Ziele vor Augen habt, und wenn jemanden draufgehen muss, dann die Anderen! Der einzige Nachteil in meinen Augen: wieder einmal leicht übersexualisierte weiblichen Charaktere. (Why?)

Knapp und knapper:

Dead of Space – Ein Winter mit Aliens.


Highlight des Monats



Isles of Terror (Voodoo Games; Unterstützbar bis 20.02.)



Einstiegshürde: 45 € - Standard-Edition / 70 € - Miniaturen-Edition

Kurz und knapp:

Als drittes Kickstarter-Projekt für Voodoo Games nach dem lustigen Karnivore Koala und dem mäßig erfolgreichen Xibalba liefert Isles of Terror dieses Mal volle Kanne ab: Konquistadoren, Dschungel, Dämonen...! Oder genauer gesagt und von Anfang an: Bei IoT handelt es sich um ein kooperativ oder kompetitiv spielbares Abenteuer für 1 – 4 Spieler, das ein wenig von allem zu beinhalten scheint: coole Illustrationen mit Grusel-Vibe, die Erkundung einer unerforschten Insel und furchtbare Ereignisse jenseits aller Vorstellungskraft, dazu Action-Selection, Area-Control, Ressource-Management und verschiedene Wege zum Sieg, you call it – they got it. Ob ich glaube, dass so ein ungewöhnlicher Mischmasch letztlich funktionieren kann? Ja. Ja, das glaube ich. Warum? Weil mich der Look von IoT äußerst positiv an ein Robinson Crusoe erinnert, das mit all den leckeren Horrorstreuselchen verziert ist, auf die wir schon immer gewartet / gehofft haben! Zudem ist das Spiel bereits jetzt mit der essentiellen Cthulhu-Erweiterung versehen worden! Oh, und die beiden Herren hinter Voodoo Games stammen aus der Nähe von Mainz! Das sollte doch wohl der Argumente genug sein, um zumindest mal reinzuschauen, oder?

Knapp und knapper:


F... you, Robinson! I never signed up for THIS!

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