Willkommen, willkommen,
tretet näher! Auch in diesem Monat habe ich für euch ein paar ganz
außergewöhnliche Gewächse zusammengetragen! Zwar könnten einige
von ihnen noch etwas Liebe und monetären Dünger (Keine Angst vor
Geruchsbelästigung, denn wie sagt der geneigte Kraut-Funder:
"Pecunia non olet!") vertragen, bis aus ihnen ein
schmackhaftes Brettspielgemüse heranwächst, aber so oder so, ich
bin mir sicher: Hier findet jedes Pflänzchen sein Töpfchen!
Clash of Rage (La boite de jeu; Unterstützbar bis 9.06.)
Einstiegshürde: Grundspiel
- 85 €
Kurz und knapp:
Wieder einmal bewahrheitet
sich das alte Sprichwort "Willst du auf Kickstarter erfolgreich
sein, pack ne Ladung Minis ein!". Gut, mag sein, dass ich mir
das gerade eben ausgedacht habe, aber wie immer geht es mir rein ums
Prinzip (und die Wurst!). Soll heißen: Clash of Rage
ist bereits knapp 300%ig finanziert und das möglicherweise nicht
einmal zu Unrecht. Das bunte Skirmishgame strotzt nur so vor Charme
und tollen Miniaturen, stilistisch nicht unähnlich CMON's Rum &
Bones. Bis zu 4 (mit Erweiterung 5) Spieler bekriegen sich hier
um die Präponderanz (Fancy word incoming!), sowie – ganz nebenbei
– die Elfen, die seit ewigen Zeiten das Land unterjochen. Ist es
nicht gut zu wissen, dass, egal wie hitzig ein Krieg auch ausfallen
mag, niemand, wirklich niemand die Elfen mag?
Knapp und knapper:
Schwertergerassel und
Knochengeklapper 5, im Bann der MOBAs.
Roll Player – Monsters & Minions (TW Games; Unterstützbar bis 16.06.)
Einstiegshürde: Erweiterung
– 39 $; Komplettpaket (Grundspiel + Erweiterung) – 89 $
Kurz und knapp:
Wo werden zweite Chancen so
großzügig verteilt wie auf Kickstarter? Nirgends! (Merkt euch das!)
Wer die erste Kampagne des inzwischen hochgepriesenen Roll Player
von Thunderworks verpasst hat, der darf sich jetzt bitte behutsam
freuen, denn TW Games sind wieder da, diesmal mit einer brandneuen
Erweiterung zum "Heroe-Building"(?) / "Dice-Manipulation" –
Game und natürlich, wie es sich gehört, auch einem möglichen
Kompletteinstieg für Spätüberzeugte. Diesmal dabei: Monster und
Minions. (Also nur, falls ihr die Überschrift nicht gelesen haben
solltet.) Geheimtipp für Kubuphile (Na sicherlich existiert dieses
Wort!): Alleine die Erweiterung kommt mit 43 wohlgeformten Hexaedern!
Knapp und knapper:
Ein Pünktchen Stärke hier,
ein wenig Konstitution dort, fertig ist der Zwergeneintopf. Wohl
bekomms!
Kitchen Rush (Artipia Games; Unterstützbar bis 23.06.)
Einstiegshürde: Grundspiel
– 55 $
Kurz und knapp:
Mit Kitchen Rush
gesellt sich nicht nur ein alter Kickstarter-Bekannter in unsere
illustre Crowdfunding-Runde, sondern auch ein relativ unverbrauchtes
Szenario: Dávid Turczi, Co-Designer von Anachrony und
Petrichor, präsentiert uns hier ein
Echtzeit-Worker-Placement-Schmankerl aus der 3-Sterne-Küche. Über
den Verlauf von 4 Runden à 4 Minuten versucht ihr mit Hilfe eurer
Sanduhr-Arbeiter euer Geschäft am Laufen und die Gäste glücklich
zu halten. Versetzt werden dürfen diese erst, wenn der Timer der
jeweiligen Sanduhr abgelaufen ist. Interessant, neu, lecker!
Knapp und knapper:
Spielte ich Echtzeit-Spiele,
hier wäre ich richtig!
Street Masters – Rise of the Kingdom (Blacklist Games; Unterstützbar bis 24.06.)
Einstiegshürde: Grundspiel
– 89 $
Kurz und knapp:
Während one-on-one Fighting
Games à la "Street Fighter" oder "Tekken"
inzwischen auch in Brett- bzw. Kartenspielformat zu finden sind (z.B.
Yomi oder
Battlecon) sind klassische Beat-'em-up Brawler wie "Double
Dragon" oder "Final Fight" noch echte Mangelware.
(Thematisch, sicherlich nicht mechanisch!) Street Masters möchte
diesen Misstand nun ändern und bringt euch 6 Helden-Miniaturen und
59 Goons, denen ihr in "Arcade-" oder "Storymode"
ordentlich die Kauleiste massieren dürft. Leider sind auch hier, wie
beim kürzlich vorgestellten "Rise of Moloch" von CMON die
Map Tiles, sagen wir mal
"unspektakulär"
geraten...
Knapp
und knapper:
Punch –
Punch – Kick!
Deadly Premonition – The Board Game (Rising Star Games; Unterstützbar bis 08.06.)
Einstiegshürde:
Grundspiel + Steam Key – 30 $
Kurz und
knapp:
Okay,
Butter bei die Fische: Wenn es ein Anzeichen gibt, das einem von
Anfang an als Hinweis dienen könnte, dass man die Qualität eines
Produktes – z.B. eines Brettspiels(!) – zunächst genauestens
überprüfen sollte, bevor man seine hart verdienten Taler
investiert, dann ist dieses Anzeichen sicherlich
die Verwendung einer Lizenz,
anstelle einer originellen, neuen IP. (Natürlich kann auch bislang
Unbekanntes letzten Endes alter Mist sein!) Deadly
Premonition – The Board Game ist
– zuindest für
mich – einer dieser Fälle (Ha, ha, Fälle, ihr versteht? Weil es
um "Detectives" und "Suspects" geht!). Und ich
hoffe, dass die bisherigen 2.185 Backer bei ihrer Entscheidung nicht
nur die Lizenz und den geringen Preis im Blick hatten, denn
für
meine Begriffe (natürlich ohne das Spiel bisher gespielt zu haben)
sieht hier alles irgendwie "slightly off" aus, nicht
suspekt (Ha, ha, "suspekt"!
Okay, verstehe, reicht jetzt...),
eher ziemlich
mau: Artwork, Komponenten, Mechanik. Aber
hey, wenn sich Deadly Premonition schon
so stark
an seinem großen
Videospielbruder orientiert,
vielleicht trifft es dann sogar das gleiche Schicksal und
es geht in die Geschichtsbücher ein als das beste schlechte
(Brett)Spiel
aller Zeiten. Wer weiß?
Knapp
und knapper:
Ich
denke ich habe eine "böse Vorahnung", was dieses Spiel
angeht...
Hand of Fate: Ordeals (Rule & Make; Unterstützbar bis 22.06.)
Einstiegshürde:
Grundspiel – 59 $
Kurz und
knapp:
Und weil
wir schon beim Thema sind: Dass Lizenzspiele nicht immer aussehen
müssen, als wären sie in den 90ern stecken geblieben, zeigt uns
gerade Hand of Fate: Ordeals, das ebenfalls auf einem
Videospiel basiert, welches gleichzeitig von einem Brett- /
Kartenspiel handelt, verwirrend! Zumindest stimmt hier aber schon
einmal das fundamentale Design, denn HoF:O sieht einfach
hervorragend aus: Großartiges Board in Holzoptik, stimmungsvolle und
in erster Linie einzigartige Illustrationen mit Wiedererkennungswert
(die sich natürlich an der Videospielvorlage orientieren), alles in
Allem also wirklich fantastische Komponenten. Skepsis ist aber auch
hier angebracht, denn ob das Spiel im Besonderen in der kompetitiven
Variante, auf der der Fokus zu liegen scheint, wirklich Spaß
bereitet, wenn man die vielen randomisierten Elemente bedenkt, das
bleibt natürlich bis auf Weiteres offen.
Knapp
und knapper:
Oh no,
it's a trap or an ambush or a poor fortune or....
Zombicide: Green Horde (CMON; Unterstützbar bis 28.06.)
Einstiegshürde:
Grundspiel – 120 $
Kurz und
knapp:
Wer
hätte es gedacht? Ein neues Fantasy-Mittelalter Zombicide ist
auf Kickstarter eingeschlagen und eigentlich ist alles wie immer, nur
diesmal sind die Zombies... ORKS! (BÄM!) Ja, ganz recht, besonders
viel scheint sich seit Black Plague nicht getan zu haben, die
Zombie-Miniaturen erscheinen mir diesmal sogar eher ein Quäntchen
uninspirierter, ganz im Gegensatz zu den Überlebendenfiguren, die
wie immer großartig aussehen. Was ist aber nun wirklich neu? Nun,
ein Drache, sowie eine Ballista haben im Zombicide-Universum
Einzug gehalten und das ganze spielt nicht mehr in städtischer,
sondern ländlicher Umgebung. Das dürfte es dann so ziemlich gewesen
sein. Oh, und das Spiel wird gefühlt immer teurer, denn das einzige
Pledge-Level liegt jetzt bei 120 $ (Zum Vergleich: Das niedrigste
Level von Black Plague lag damals noch bei 100 $).
Knapp
und knapper:
The dead
don't rest...
Highlight des Monats
Minerva (Pandasaurus Games; Unterstützbar bis 01.07.)
Einstiegshürde:
Grundspiel – 40 $, Deluxe Edition – 60 $
Kurz und
knapp:
Es war
diesen Monat ein knappes Rennen zwischen Roll Player und
Minerva, aber nachdem es sich technisch gesehen bei Roll
Player nur um eine Erweiterung handelt, gebe ich das Highlight
des Monats an Minerva, die überarbeitete, jetzt wesentlich
hübschere Kickstarter-Version des bereits 2015 in Japan erschienen
Plättchenlegespiels von Hisashi Hayashi, der in den letzten Monaten
vor Allem mit seinem Smash-Hit Yokohama unter
Euro-Enthusiasten punkten konnte. Illustriert ist das ganze diesmal
von Franz Vohwinkel (u.a. Abenteuerland), der einen wirklich
ausgezeichneten Job abliefert, alleine das Spielecover hat sich um
mindestens 4000% zur Vorgängerversion verbessert. (Schon aufgrund
des neuen Eulen-Artworks, das nicht mehr "I'm gonna kill you and
your whole family" zu brüllen scheint.) Prinzipiell geht es
auch in Minerva wieder einmal um Ressourcenmanagement und die
kluge Umwandlung von einem Rohstoff in einen anderen, bzw. in
Siegpunkte. Verbunden ist das Ganze hier aber mit einem sehr stark
gestreamlineden Tile-Laying-Mechanismus, bei dem ihr neue Teile aus
dem Vorrat erwerbt, um sie klug in eure Stadt einzubauen. Der Kniff:
Produziert und gehandelt wird nur mit Hilfe sog. "Residential
Buildings" und auch nur in gerader Linie und exakt der gelegten
Reihenfolge. Wie heißt es so schön: Ein echter Brainburner!
Knapp
und knapper:
Please,
don't hurt me, mighty Owlgod!

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